Grußwort der Ministerin

Grußwort von Barbara Steffens

Bereits heute nehmen rund 1,5 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen – deutschlandweit rund 7 Millionen – täglich fünf oder mehr Medikamente parallel ein. Häufig werden die Präparate von verschiedenen Ärztinnen und Ärzten verordnet oder von den Patientinnen und Patienten frei hinzugekauft, und sie sind sehr oft nicht aufeinander abgestimmt. Bei solchen „Medikamentencocktails“ ist die Gefahr unerwünschter Neben- und Wechselwirkungen hoch. Aber auch durch falsche Anwendung oder eine selbstständige Veränderung der Dosierung durch die Patientinnen und Patienten können Komplikationen auftreten.

Der Handlungsbedarf steigt, da in einer alternden Gesellschaft die Zahl multimorbider Menschen und die Behandlungsdauer chronischer Erkrankungen zunehmen. Arzneimittel werden häufig zu jahrelangen Begleitern. Um eine hochwertige und gleichzeitig sichere Arzneimittelversorgung zu schaffen, sind gemeinsame Anstrengungen aller am Medikationsprozess Beteiligten erforderlich. Dabei müssen die Bedarfe der Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt gestellt werden. Hierzu gehört auch, das jeweilige Setting bei der Medikamentengabe konsequent in den Blick zu nehmen.

Ziel ist es, Risiken zu minimieren und die Potenziale der Arzneimitteltherapie voll auszuschöpfen. So müssen die Patientinnen und Patienten und – wann immer erforderlich – auch ihre Angehörigen aktiver in die Medikation einbezogen und gründlicher über die Wirkungsweise und Wechselwirkungen der Arzneimittel informiert werden. Ebenso muss die Kommunikation und Zusammenarbeit aller beteiligten Einrichtungen und Professionen sichergestellt sein. Wesentlicher Schritt auf diesem Weg ist die sektorübergreifende Verfügbarkeit von Medikationsdaten.

Das Projekt „Arzneimittelkonto NRW“ leistet einen wesentlichen Beitrag zu den genannten Zielen.

Die elektronische Vernetzung von Arztpraxen, Apotheken und Pflegeheimen auf Basis standardisierter IT-Schnittstellen ist beispielhaft, ebenso die aktive Einbindung von Patientinnen und Patienten über ihr persönliches Arzneimittelkonto. Darüber hinaus verspricht die wissenschaftliche Begleitung des Projektes wichtige Erkenntnisse zur Akzeptanz der Arzneimitteltherapie und zur Wirksamkeit der elektronisch gestützten Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit.

Barbara Steffens

Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (2010 - 2017)

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Arzneimittelkonto NRW -

Sichere Arzneimittelversorgung für ältere Patientinnen und Patienten